Samstag, 14. November 2015






Auf diesem kleinen und versteckten Parkplatz fing alles an. Obwohl, eigentlich war es ja der falsche Parkplatz. Aber das sei garnicht so schlimm, hieß es an leitender Stelle, denn der Weg in die Berge führt von hier aus „nur am Anfang und dann auch nur ein bißchen bergauf“. Wurde uns gesagt. 451 Höhenmeter später hatten wir ihn ja auch schon gemeistert.
Dann jedoch waren wir in unserem Element. 

Wolfgang z.B.




Er betrachtet staunend die Steine, Buchen, Kiefern, Erlen, Sträucher, das Moos und das Gras und er kommt zu dem Schluss, dass sie nach dem Beweis des ersten Anscheins alle völlig friedlich zusammenleben, offensichtlich auch ohne Verträge und schriftliche Gesetze! Das kann doch auf Dauer nicht funktionieren.  Sollte man nicht vielleicht wenigstens ab und zu einmal ein kontrollierendes Auge darauf werfen?

Als sei es Gedankenübertragung gewesen, hatte Remmer wenige Meter entfernt beim Anblick dieser Felsen 



genau die gleiche Idee. Seine in vielen Jahren gewonnene Berufs- und seine allgemeine Lebenserfahrung sagten ihm sofort, dass das auf Dauer doch nicht gut gehen kann. Und dank seiner praktischen Intelligenz weiß er spontan, was in diesem Fall erforderlich ist. Na gut, temporär erst einmal.



Alpha Uwe nimmt die Verantwortung für die ihm Anvertrauten besonders auch in den schwierigen Passagen nicht auf die leichte Schulter, immer wieder wird durchgezählt. 



Wenn man genau hinhörte, konnte man allerdings einen kleinen vorwurfsvollen Unterton feststellen. ( Wo bleibt Ihr denn! ).

Wenn dann nach einer gewissen Zeit die Stimmung in der Gruppe sinkt, erkennen Gisela und Uwe das sofort 



und heben immer eine spontane Aufmunterung auf Lager: eine kleine Geschichte, einen Witz oder einen Schwank aus ihrer Jugendzeit und schon kann die Wanderung anschließend frohgemut fortgesetzt werden.



Wenn dann der erste spektakuläre Aussichtspunkt erreicht ist, 






wird der strapazierte Kletterer durch herrliche Ausblicke ins Elbetal belohnt, egal, ob nach rechts 





oder nach links





und eigentlich fehlt nur noch ein bißchen Sonnenschein.

Es zieht uns bald weiter und auch wenn dann unterwegs die großen Brocken sich scheinbar übermächtig in den Vordergrund drängen wollen, die kleinen Dinge 
( Brombeeren ) entgehen dem aufmerksamen Wanderer selbst hier nicht. 


Immer wieder zeigte uns die sächsische Schweiz schon an unsrem ersten Tag ihre Attraktion durch ihre Vielfalt und Urwüchsigkeit























Ja, auch das gab es leider zu sehen. Gott sei Dank nur einmal.

Und es ging immer weiter, auch nach gefühlten 6 Stunden. Trotz verwirrender und irritierender Ausschilderung durch den örtlichen Wanderverein






sodass wir uns bald an unserem letzten (ungeplanten)  Zwischenziel, dem Lokal auf dem Winterberg, mit einer kleinen Erfrischung völlig entspannt und gelöst auf die letzte Etappe vorbereiten konnten.



( man beachte bitte die untere rechte Bildecke! )
Die kleine Pause hat zwei unserer Damen zu einem Endspurt inspiriert, der das Hauptfeld weit hinter sich ließ. Dieses wurde später dann auch entsprechend mit der Gelassenheit und Souveränität des Siegers empfangen




Alle jedoch waren schließlich wegen der zurückgewonnenen Gemeinsamkeit erleichtert.




Anschließend schlenderten wir zum Ausklang des Tages noch durch den Ort, um uns die Eigen- und Besonderheiten anzuschauen. Zünftig im Garten Bier zu trinken, wurde hier offensichtlich ehemals sogar in der Schule unterrichtet.




In diesen Tagen allerdings hat man das Mahlen von Korn wiederentdeckt



und da triftt es sich gut, dass zur Weiterverarbeitung die Bäckerei gegenüber, also gerade einmal 5 m entfernt liegt.









Am Ende unseres ersten Tages bleibt uns allen eine Erfahrung in Erinnerung, die von uns nicht schöner formuliert werden kann als von Andreas Arnold, heute vor 350 Jahren




Der zweite Tag führte uns dann zu den beiden nächsten populären Attraktionen, der Bastei in der Nähe von Rathen



und den Schwedenlöchern. Zu denen jedoch später. 
Ja, natürlich heißt uns das Begrüßungskomitee 


herzlich willkommen, bevor wir mit einer der letzten Gierfähren auf die andere Elbseite übersetzen


Ein Wort noch zu den Gierfähren: benötigt werden dazu
1 Fluss
1 Fähre
1 Seil
1 paar Bojen
1 Wissen, 
wie mit dieser Ausrüstung der Fluss ohne weiteren Antrieb, den besorgt nämlich die Strömung, hin oder her überquert werden kann. Und das klappt.

Das folgende Foto ist mir ein bißchen peinlich.


Nun, ich wußte schon vorher, dass Uwe seinen Hof mit Kalksandstein neu pflastern wollte. Aber dass er so weit gehen würde!
Auf der anderen Seite, ich habe selten eine sauberere Arbeit gesehen. Solch eine scharfe Abrisskante, alle Achtung! 

Von Rathen aus ging es dann wieder steil nach oben, durch die Wälder 



und die Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges. Linkerhand begleitete uns weiterhin die Elbe, sie schien immer kleiner zu werden. 



Je höher wir stiegen, umso schöner wurde der Ausblick







Und wenn man sich umdrehte, wird man überwältigt von einem grandiosen Blick auf die Welt der Felsen,

sowohl als Panorama im Überblick



als auch auf jeden Einzelne im Detail


Wenn man genau hinschaut, erkennt man unter der Kiefer die Freilicht-Felsenbühne Rathen. 

Mit die bekannteste Felsformation ist der Mönch. Ihm spendierten seine Verehrer vor gut 100 Jahren eine der damals sehr populären Wetterfahnen,  als Krone sozusagen.

und bei näherer Betrachtung erweist sie sich - nun, naheliegenderweise - als Mönchsfigur.



Schnell noch einen Blick zurück  

 
und es geht wieder abwärts - durch die Schwedenlöcher.
Traditionell wandern man durch sie von unten nach oben und es wurde diskutiert, wie wir es denn heute halten sollten. Ihren Namen bekamen sie während des 3o-jährigen Krieges, als die Bewohner dieser Gegend ihr Hab und Gut vor den anrückenden schwedischen Soldaten in den versteckten Gängen und Höhlen dieses fast undurchdringlichen Gebietes in Sicherheit brachten.
Und so sehen sie heute aus, für Wanderungen ein bisschen hergerichtet:











 




























Gisela erkannte genau diese Stelle auch sofort wieder und erzählte Peter, dass sie als Mädchen dort oben mit ihren Freundinnen immer gespielt habe. 


Kurz darauf erreichten wir dann den Amselsee

Ach ja, da war ja noch ein dritter Höhepunkt an diesem Tag, 
die Festung Königstein. Sie throhnt geradezu auf einem Felsen und obwohl wir uns ja bereits an das ewige Auf und Ab gewöhnt hatten, verlangte uns der Aufstieg noch einmal alles ab. 
Die in die Felsen gehauenen Gänge waren so mächtig, dass sogar der weitgereiste Uwe sie staunend bewunderte, genau so wie anschließend das Fasslager.

 Und immer wieder waren wir fasziniert vom wunderbaren Ausblick über die Elbe und die Elbschleife

Natürlich gehört zu einer richtigen Festung auch eine Kanone.
Bei ihrem Anblick wurde Dieter sofort aktiv, schnell wurden Block und Bleistift gezückt, um die Ballistik zu berechnen. Noch eben die visuelle Überprüfung des Ergebnisses auf Plausibilität und dann konnte er Entwarnung geben: Ihr könnt dort stehen bleiben.
Anschließend verließen wir die Festung wieder,
um in einem gemütlichen Restaurant gleich unterhalb von ihr bei Eisbein, Knödel, Sauerkraut, Bier und Verdauungsschnaps die Strapazen des zweiten Tages zu vergessen. 


Auch unser dritter Tag brachte uns eine Vielzahl neuer Eindrücke und Erkenntnisse. Uwe erfüllte sich einen Herzenswunsch, er wollte nun endlich einmal die Gelegenheit nutzen, um das sagenumwobene Prebischtor selbst zu begutachten. Das kannte er nämlich noch nicht.


Also machten wir uns von der Sächsischen Schweiz auf in die Böhmische Schweiz. Sie ist Teil der Tschechische Republik. Das ist aber schon der einzige Unterschied. Wiederum sollten wir hier heute trotz der geologischen Gleichheit viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln. 


Der Weg war gut angelegt, wir kamen entsprechend schnell voran
Natürlich gab es ab und zu Gelegenheit zu einer kurzen Rast 

Hier sehen wir Birgit, wie sie scheinbar gedankenverloren der Gruppe vorauseilt, sie achtet garnicht mehr auf die Schönheit der Natur. Etwas scheint sie sehr zu beschäftigen. Bald jedoch wissen wir um das Geheimniss ihres Verhaltenswandels. Sie grübelt über eine Entdeckung nach, die sie heute gemacht hatte. Früher, erklärte sie dann,
 " musste der Mann hinaus ins feindlichen Leben ... " und " und drinnen waltete die züchtige Hausfrau" ( Schiller, 1799 ). 
Heute habe sich dieses tradierte Gender-Rollenverhalten genau umgekehrt, wie sie anhand der beiden folgenden Bilder belegt:

Der Mann bleibt zu Hause und sammelt die Beeren und Früchte ( in diesem Fall Bucheckern )  

während die Frau hinausstrebt, zu neuen Ufern ( Felsen )
 ( gegen juristische Notfälle gewappnet durch einen Berater ).
Und tatsächlich führten sie Uwe und uns zielstrebig und sicher zum Prebischtor.
 zu dem wir allerdings noch eine kurze Kraftanstrengung zur Überwindung der letzten Höhenmeter in Kauf nehmen mussten. Aber dann lag es über uns:
und nach einer kleinen weiteren Klettertour unter uns
Das Geheimnis der roten und gelben Punkte unter dem Bogen war auch schnell gelöst,
das hervorragende Budweiser Bier schmeckt eben überall und nach solch einem Marsch sogar aus dem Plastikbecher.
Wie auch gestern waren die Ausblicke überwältigend,
Nun, wir hattenden ganzen Tag über herrliches Wetter, sodass wir zum Aufwärmen garnicht auf die Unterstützung dieses Gebläseofens im Hotel angewiesen waren.
Für den Rückweg teilten wir uns in zwei Gruppen auf,
 um uns dann in der  tschechischen Holz- und Petunienhochburg Hrensko wieder zu treffen
und uns vor der Übersichtskarte ob unserer heutigen Wanderleistung noch einmal selbst auf die Schulter klopften.
Den Schlusspunkt setzte dann ein gemeinsames Essen natürlich in großer Runde und großer Stimmung mit "beehmischen" Spezialitäten 
( wenn man denn schon einmal hier ist ) und ein gemeinsamer Bummel durch die wirklich internationale Hrenskoer Shoppingmeile.
 Anschließend war es Zeit, "danke" zu sagen.
Mein Körper hatte das bereits erledigt, er hat sich direkt vor Ort bei den Eisbeinen, Knödeln und Bieren durch eine spontane Gewichtszunahme von 3 kg bedankt.
Und ich möchte mich hiermit - und ich denke auch im Namen aller Beteiligten -  bei Uwe und Gisela ganz herzlich für die Initiative und die hervorragende Durchführung bedanken.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen